Heißer Juni
Nach den Daten des National Climatic Data Center war der Juni weltweit mal wieder einer der wärmsten überhaupt. Für die weltweite Landtemperatur ergab sich Platz 4, für die der Ozeane Platz 10, macht zusammen genommen den 8. wärmsten Juni seit Beginn der Datenaufzeichung.
Hier mal zwei Grafiken zur Veranschaulichung:
Sächsischer Aktionsplan Klima und Energie
Gestern wurde der “Aktionsplan Klima und Energie” des Freistaates Sachsen vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen Maßnahmen- und Empfehlungskatalog, mit dem Sachsen kurz- und mittelfristig Klimaschutzmaßnahmen umsetzen will.
Positiv fällt auf, dass der Aktionsplan neben vielen eher unscharf formulierten Zielen auch konkrete Vorgaben enthält. So zum Beispiel für die staatliche Dienstwagenflotte. Neue Dienstwagen dürfen ab 2009 nur noch 140g CO2/km ausstoßen (ab 2012 120g CO2/km). Das wird man bei VW sicherlich nicht gern hören, da sich damit ein wichtiger Abnehmer für den eh schon verkaufsschwachen Phaeton verabschiedet. Aber auch die meisten größeren Modelle der anderen deutschen Autobauer fallen der Grenze zum Opfer. Vielleicht schafft das ja endlich mal einen Anreiz, schadstoffärmere Autos zu entwickeln.
Darüber hinaus sollen ab 2009 die Emissionen dienstlicher Flugreisen durch Klimaschutzprojekte in Sachsen kompensiert werden. Hier bleibt zu hoffen, dass trotzdem versucht wird, die Anzahl der Flugreisen zu minimieren. PKW-Reisen werden zwar als zweiter Schritt genannt, allerdings ohne einen konkreten Termin. Warum nicht? Hat man Angst, die Kosten könnten zu groß werden?
Ein weiteres Problem betrifft die Energiewirtschaft in Sachsen. Schon in der Einleitung des Aktionsplanes heißt es dazu:
“Die sächsische Energiewirtschaft ist geprägt durch die Stromerzeugung in hochmodernen Braunkohle-Kraftwerken. Die Nutzung des heimischen Energieträgers Braunkohle ist langfristig kalkulierbar, sichert eine hohe Wertschöpfung und Beschäftigung im Land, mindert die Importabhängigkeit unserer Energieversorgung und trägt maßgeblich zur Versorgungssicherheit in ganz Deutschland bei. Damit ist die Braunkohleverstromung auf längere Sicht unverzichtbar für eine sichere und wirtschaftliche Energieversorgung.”
Die Braunkohlelobby hat also mal wieder ganze Arbeit geleistet. Schon die “hochmodernen Braunkohle-Kraftwerke” sind typisches PR-Deutsch. Kraftwerke mit einem Wirkunsgrad von 38% sind nicht hochmodern, sondern ein Relikt der energietechnologischen Steinzeit. Anstatt ein klares Bekenntnis zu erneuerbaren Energien und gegen Braunkohle abzugeben sollen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zur Effizienzsteigerung und Entwicklung von CCS-Technologien gefördert werden. Hier besteht dringender Nachbesserungsbedarf!
Gnadenfrist
Dresden behält den Welterbetitel - vorerst. Die Aussagen der Unesco sind klar. Wenn die Waldschlösschenbrücke weiter gebaut wird, ist der Titel nächstes Jahr automatisch weg. Also ihr Helden in Stadt, Land (und Fluss)…ihr habt hier eure letzte Chance bekommen, den angerichteten Blödsinn doch noch irgendwie auszubügeln. Setzt euch gefälligst zusammen und findet endlich einen Kompromiss, mit dem alle leben können.
(Dieser Beitrag ist geprägt von der naiven Hoffnung, dass gewisse liberale und konservative Kreise doch irgendwann anfangen Politik für Dresden zu machen und wird sich wahrscheinlich innerhalb weniger Stunden aufgrund der Aussagen diverser Bürgervertreter Lokalpolitiker selbst zerstören.)
Stinker-Steuer
Bei SpOn lese ich gerade, dass die große Koalition nächste Woche eine Neuregelung der Kfz-Steuer beraten will. Geplant sind Aufschläge für alte Autos bzw. solche mit hohem CO2-Ausstoß.
Der Gedanke ist dabei gar nicht mal so verkehrt. Ein solches System stetzt Anreize für Autofahrer, den CO2-Ausstoß beim Neukauf eines Wagens stärker zu berücksichtigen. So werden die Autohersteller indirekt gezwungen, sich ebenfalls mit dem Thema auseinanderzusetzen, was ja besonders die deutschen Autobauer gern vermeiden und lieber schönreden.
Das Problem liegt mal wieder in der Höhe der Beträge. 1,25 Euro pro 100 Kubikzentimeter Hubraum werden für ältere Fahrzeuge fällig. Für Neuzulassungen ab 2009 gilt ein Staffelsystem von 1,80 bis zu 2,60 Euro pro Kubikzentimeter, je nach CO2-Ausstoß. SpOn kommt so auf durchschnittliche Mehrkosten von 21 Euro pro Jahr für Benziner und 26 Euro für Diesel. Für eine 5l-Maschine eines großen SUV summiert sich das auf 130 Euro pro Jahr. Diese dürfte jemand, der knapp 80.000 Euro für sein Auto ausgibt allerdings eher aus der Portokasse bezahlen. Gemessen an den wirklichen externen Kosten, die durch den PKW-Verkehr entstehen, sind diese Aufschläge nur der Tropfen auf den heißen Stein. Diese liegen nämlich bei 2,9 Cent/km.
Wenn man also den Durchschnittsaufschlag auf die bisherige Kfz-Steuer mal einfach mit 30 Euro pro Jahr pro PKW ansetzt, werden damit gerade mal die tatsächlichen Kosten von rund 1.000 km Fahrstrecke gedeckt. Wahrscheinlich muss man das allerdings in Autodeutschland schon schon als Erfolg werten.
Das Ding mit der Stromlücke
Wenn für mich ein Wort in diesem noch recht jungen Jahr das Zeug zum Unwort des Jahres hat, dann ist es mit Sicherheit die “Stromlücke”. Mit ihr werden die Horrorszenarien von großflächigen Stromausfällen in Deutschland beschrieben. Besonders bei Managern der Stromindustrie scheint es sich mittlerweile zum Reflex entwickelt zu haben, die Stromlücke anzuführen, wenn sie auf Themen wie Atomausstieg oder den Verzicht auf neue Kohlekraftwerke angesprochen werden. So taucht die Stromlücke denn auch in regelmäßigen Abständen in den Medien auf. So geschehen erst heute morgen wieder beim Feedlesen in diesem (im übrigen sehr lesenswerten) Artikel zur Solarenergie bei Technology Review.
Was nun aber die Versorgungssicherheit von Strom in Deutschland angeht, hat das Umweltbundesamt vor kurzem eine Studie zum Thema vorgelgt. Das Fazit der Studie entschpricht so ziemlich genau dem Gegenteil dessen, was uns die Stromkonzerne (und ihnen nahestehende (Ex)Politiker) weißmachen wollen:
Die Versorgungssicherheit bis 2020 ist wegen des Verzichts auf die Atomkraftnutzung gemäß der Vereinbarung der Bundesregierung mit den Energieversorgungsunternehmen vom Juni 2000 nicht in Gefahr.
Noch schlimmer wird es für die Stromlobby, wenn man sich die damit verbundenen konkreten Vorschläge in der Studie anschaut, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung bis 2020 zu erreichen:
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Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung, vor allem auf Erdgasbasis, um den Anteil von KWK-Strom im Jahr 2020 auf 25 Prozent zu steigern
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keine zusätzlichen Kohlekraftwerke über die heute schon im Bau befindlichen Kraftwerke hinaus
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Ausbau der erneuerbaren Energien auf knapp 30% der Stromerzeugung bis zum Jahr 2020.
Soziale Netzwerke in Grün
Soziale Netzwerke gibt es ja mittlerweile wie Sand am Meer und täglich entstehen neue. earth2tech hat sich mal grüne Netzwerke angeschaut und 10 interessante zusammengestellt. Gibts sowas eigentlich auch im deutschsprachigen Raum?
Licht aus statt Lichtblick
Gestern flatterte mir ein prall gefüllter Umschlag meines Stromanbieters Lichtblick ins Haus. Die darin enthaltenen Webezettelchen sollen mich davon überzeugen, dass Lichtlbick jetzt ganz tolles Ökogas anbietet. Kingt ja auch auf den ersten Blick alles ganz toll. Statt reinem Erdgas wird jetzt Gas aus Gülle und Maissilage gewonnen, Abfällen der Landwirtschaft also. Das so erzeugte Gas soll dann bei seiner Verbrennung nur so viel CO2 freisetzen, wie die Pflanzen bei ihrem Wachstum aufgenommen haben - ein Nullsummenspiel. Also alles Bio oder was? Mitnichten, wenn man etwas genauer hinschaut:
Der momentane Biogasanteil im Gasgemisch von Lichtblick liegt bei 5%. Wenn man das als ökologisch bezeichnet, kann sich auch jeder Dieselbesitzer in Deutschland ökologisch nennen, werden doch dem Treibstoff 5% Biodiesel beigemischt.
Hauptsächlich stammt das Gas aus der Biogasanlage Jüterbog in Brandenburg. Diese wird von der EPURON GmbH betrieben, einer Tochter der Conergy AG. In der Selbstbeschreibung von EPURON kann man folgendes lesen:
Mit langjähriger Erfahrung in Finanzierung und Projektierung sowie einer dynamischen Unternehmenskultur schaffen wir attraktive Renditen für unsere Projektpartner und Investoren. Gleichzeitig setzen wir gemeinsam mit ihnen ökologisch verantwortliche Konzepte in die Tat um.
Es geht also um Renditen und Investitionsobjekte, die eher nebenbei einen grünen Anstrich erhalten, weil sich das eben momentan lohnt. Dass dabei die Investition und Rendite im Vordergrund stehen zeigt sich schon daran, dass weder die Tochterfirma noch die Muttergesellschaft einen Umwelt- oder Nachhaltigkeitsbereicht veröffentichen.
Auch die Wahl des Standorts Brandenburg wird in der von Seiten der EPURON GmbH kommentiert:
Große Biogasanlagen wie hier in Jüterbog harmonieren mit den landwirtschaftlichen Strukturen im Osten Deutschlands. Durch große Ackerflächen und einem hohen Anteil Viehzucht ist die langfristige Versorgung der Anlagen mit Inputstoffen gesichert – und somit auch die Renditen für unsere Investoren.
Nächstes Problem sind die eingesetzte Gülle und der Mais. Die werden vom örtlichen Argragroßbetrieb und einer konventionellen Schweinemastanlage bezogen. Zwar ist es positiv, dass die Gülle nicht einfach auf die Felder verteilt wird und so Grundwasser und Boden gefährdet, allerdings wird die Schweinemastanlage mit über 10.000 Tieren gefördert. Diese hat mit artgerechter Tierhaltung einfach mal gar nichts zu tun.
Die eingesetzte Menge von Mais entspricht etwa einer Anbaufläche von 2000 Hektar in Monokultur, ist alles andere als ökologisch verträglich und gefährdet darüber hinaus einheimisch Tier- und Pflanzenarten.
Auch das Thema CO2-Neutralität ist nicht ganz ohne Tücken. Die ganze Nullsummenrechnung blendet einen Großteil des Lebensweges der Pflanzen aus. Dieser wird zu einem guten Teil von Maschinen bestimmt. Bezieht man deren Emissionen in die Rechnung mit ein, ist auch eine Biogasanlage nicht mehr klimaneutral.
Also nix mit ursprünglicher bäuerlicher Landwirtschaft, glücklichen Kühen auf grünen Wiesen und zufriedenen Kunden, wie es die Werbebroschüre von Lichtblick vermitteln will. Hier geht es ganz profan ums Geschäft mit einer willigen Ökokundschaft.
Ich für meinen Teil beziehe selbst gar kein Gas und bin froh darüber. Was meinen Strom angeht, werde ich ich langsam aber sicher mal nach Alternativen zu Lichtblick umschauen.
6,5 Tage
Zur Zeit laufen ja in Bangkok wieder mal UN Klimagespräche. Die geringe Medienpräsenz selbiger hängt wohl damit zusammen, dass es nicht viel zu berichten gibt, geht es doch weitestgehend um Vorverhandlungen für einen Nachfolger des Kyoto-Protokolls, welches 2012 ausläuft. Das Nachfolgeprotokoll soll bis Ende nächsten Jahres stehen und das weitere weltweite Vorgehen für den Klimaschutz ab 2013 festlegen. Ein Thema sind dabei Einsparungen von Treibhausgasen in Entwicklungsländern, die sich Unternehmen dann in ihren heimischen Industriestaaten positiv anrechnen lassen können. Bislang firmiert das ganze unter der Bezeichung CDM - Clean Developement Mechanism und klingt in der Theorie erstmal so gut wie logisch:
Unternehmen X, hat seinen Hauptsitz in Deutschland. Einige Fabriken stehen aber auch z.B. in Equador. Diese Fabriken haben bisher, im Gegensatz zu denen in Deutschland, so gut wie keine Emissionsvorschriften zu erfüllen und sind entsprechende Dreckschleudern. Also kann in Equador mit relativ geringem Einsatz, relativ viel für den Klimaschutz getan werden, wogegen in Deutschland höhere Kosten anfallen würden. Also investiert Unternehmen X in Equador in den Klimaschutz und kann sich die dort eingesparten Treibhausgase (teilweise) in Deutschland anrechnen lassen.
Nun sollte man meinen, dass sich auf diese Weise beachtliche Mengen Treibhausgase einsparen ließen. Roger Pielke Jr. von der University of Colorado hat genau diese Einsparungen mal auf ganz einfache Weise überschlagen. Er hat alle bis heute genehmigten und im Antragsverfahren befindlichen CDM-Projekte weltweit bis zum Jahr 2012 aufsummiert und errechnet, dass die Emissionen, die zum 1.1.2012 aufgetreten wären, erst am 7.01.2012 auftreten werden. Oder bildlicher gesprochen: CDM hilft uns die Klimakatastrophe um ganze 6,5 Tage hinauszuzögern.
Ich kann nichts über die Zuverlässigkeit der Berechnung sagen (hab grad keine Zeit zum nachrechnen). Interessant und schockierend finde ich sie allemal.
Externe Kosten von Energieerzeugung und Verkehr
Der Begriff der “externen Kosten” hat mich durch einen großen Teil meines Studiums begleitet. Vor allem im volkswirtschaftlichen Bereich der Umweltökonomie spielen sie eine große Rolle. Allerdings sind sie meist nur schwer in konkrete Zahlen zu fassen. Für die Bereiche Energieerzeugung und Verkehr hat das Umweltbundesamt (UBA) vor einiger Zeit genau diese Zahlen vorgelegt.
Was sind eigentlich externe Kosten? Als BWLer müsste ich sagen, das sind Auswirkungen auf Dritte, für die diese keine Kompensation erhalten. Weil das niemand versteht, einige Beispiele:
- Eine Firma verschmutzt einen See mit ihrem Abwasser. Dafür muss sie nichts zahlen. Die Fischerträge in dem See sinken und Bademöglichkeiten werden zerstört. Also ergeben sich negative externe Effekte z.B. für Fischer, Touristen und Tourismusbetriebe vor Ort.
- Die Frauenkirche in Dresden wurde wieder aufgebaut. Dadurch kommen mehr Touristen in die Stadt. Diese übernachten in den örtlichen Hotels, welche von dem positiven externen Effekt profitieren, ohne direkt am Wiederaufbau beteiligt gewesen zu sein.
Externe Effekte können also sowohl positiv, als auch negativ sein. Im Bereich Umweltschutz handelt es sich allerdings fast immer um negative externe Effekte, wie z.B. Lärmbelastung der Anwohner einer Straße durch den Autoverkehr.
Wie bereits erwähnt, sind diese Effekte sehr schwer zu messen und in Kosten auszudrücken. Oder hat jemand spontan eine Idee, wie man die Kosten dieser Lärmbelastung in Zahlen fassen könnte? Das UBA hat sich genau diesen Problems angenommen.
Für die Stromerzeugung in Deutschland ergeben sich folgende externe Kosten:
- Braunkohle: 8,7 Cent/kWh
- Steinkohle: 6,8 Cent/kWh
- Heizöl: 6,1 Cent/kWh
- Erdgas: 3,9 Cent/kWh
- Wasserkraft: 0,4 Cent/kWh
- Photovoltaik: 0,8 Cent/kWh
- Windkraft: 0,1 Cent/kWh
Die Stromerzeugung durch Braunkohle verursacht also mehr als doppelt so hohe Kosten, wie Erdgas und 87 mal höhere Kosten als Windkraft.
Wer kommt nun für diese Kosten auf? Einen Teil bezahlen die Energieversorger selbst z.B. über den Emissionshandel. Den verbleibenden Rest der Kosten muss die Gesellschaft tragen. Dieser Rest sieht in Zahlen dann so aus:
- Braunkohle: 6,9 Cent/kWh
- Steinkohle: 5,0 Cent/kWh
- Gas: 1,9 Cent/kWh
- Öl: 3,9 Cent/kWh
Die Braunkohle ist auch hier negativer Spitzenreiter. Sie ist nicht nur besonders klimaschädlich und verursacht die höchsten Kosten bei der Stromerzeugung, sondern diese Kosten werden nur minimal durch die Stromerzeuger selbst bezahlt. Grafisch zusammengefasst sieht das dann so aus:
Die Förderung der erneuerbaren Energien im Jahr 2006 betrug in Deutschland 3,2 Mrd. Euro. Dem gegenüber stehen vermiedene Umweltkosten von 3,4 Mrd. Euro. Aus dieser Sicht ist es mehr als fraglich, warum in Deutschland immer noch Braunkohlekraftwerke gebaut werden (dürfen).
Für den PKW- und LKW-Verkehr ergeben sich diese externen ökologischen Kosten:
- PKW: 2,9 Cent/km
- LKW: 17,4 Cent/km
Diese Kosten werden bisher nur sehr unzureichend von den Verursachern bezahlt. Zwar gibt es z.B. die Ökosteuer auf Benzin, aber deren Einnahmen werden erstens nicht für Umweltschutzprojekte verwendet und decken zweitens die verursachten Kosten nicht einmal zu 50%. Die LKW-Maut müsste auf alle Straßen ausgedehnt und mindestens verdoppelt werden, um die verursachten Umweltkosten zu decken.
Gerade für PKW-Fahrten sollte meiner Meinung nach ein System ähnlich der LKW-Maut eingeführt werden, bei dem die Fahrer möglichst schnelle Rückkopplung über die Kosten erhalten. Müsste man alle 100 km drei Euro in ein kleines Sparschwein auf Amaturenbrett zu werfen, würden sicherlich viele Leute ihr Auto sehr viel weniger und sehr viel sinnvoller einsetzen.
Goodbye and thanks for all the fish, Euer Eis!
Foto: National Science Foundation [via pingnews]
Zumindest die New York Times verabschiedet sich heute schon einmal von Gletschern und anderm bisher als ewig bezeichnetem Eis. Dabei bezieht sich der Autor Andrew C. Revkin auf eine kürzlich vorgestellte Studie im Auftrag des United Nation Environmental Program und kommt zu dem Schluss:
Essentially, the mountain storehouses of frozen water that have shaped their history and culture, or that have provided a secure year-round source of water through modern times, are no longer secure.
Gut, die Horrorszenarien von schmelzendem Eis an Nord- und Südpol, sowie den Gletschern weltweit sind nicht wirklich neu und tauchen recht regelmäßig in der Presse auf. Die nun veröffentlichtend Daten zu Gletschern sind allerdings durchaus alarmierend.
Die Wissenschaftler von der Uni Zürich untersuchen seit Jahren 30 Gletscher weltweit und veröffentlichen diese Zeitreihendaten. Die jetzt vorliegenden Daten für 2006 belegen einen durchschnittlichen Rückgang der weltweiten Gletscher um 1,4m. Im Vergleich zu den 0,5m des Jahres Jahr 2005 ist das fast eine Verdreifachung des Rückgangs. Dass 2006 nur einer der untersuchten Gletscher an Masse gewonnen hat, zeigt, dass es sich dabei um ein weltweites Phänomen handelt.
Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt könnten viele Gletscher innerhalb der nächsten Dekaden endgültig verschwunden sein. Die Auswirkungen wären katastrophal. Die Gletscher des Himalaya sind die Haupttrinkwasserquelle für viele Flüsse Asiens und somit auch für etwa 750 Mio Menschen in Indien. Bevor diese Quellen allerdings versiegen, werden verstärkte Hochwasser durch das starke Abschmelzen auftreten. Auch die USA dürfen sich nicht sicher fühlen. Besonders die Westküste bezieht einen Großteil ihres Trinkwassers aus den Gletschern der Rocky Mountains und der Berge der Sierra Nevada.
Aber auch das arktische Eis ist nicht von dieses Trend ausgenomen, wie eine gestern vorgestellte Studie der NASA belegt. Im warmen Sommer des vergangenen Jahres schmolz die Eisfläche stärker zusammen als je zuvor. Die Abnahme übertraf die des Jahres 2004 (bis dato Spitzenreiter bei der Abnahme des Eises) um volle 27%. Zwar war diesen Winter die Zunahme der Eisfläche mit 4% die größte seit 2003, aber 75% des nun vorhandenen Seeeises sind neues Eis (entstanden seit September 2007).
Quelle: NSIDC
Dieses Eis ist wenig widerstandsfähig und schmilzt sehr schnell. Die Experten der NASA rechnen daher mit einem weiteren sehr starken Abschmelzen des polaren Eises im nächsten Sommer.
Die nächsten UNO Klimagespräche finden vom 31.03. - 01.04.08 in Bangkok statt.

