Initiative für besseres Radio in Sachsen

bissfm1Die Radiolandschaft in Sachsen ist ja bestenfalls als Wüste zu bezeichnen. Vor vielen Jahren war ich treuer Hörer von Radio Fritz und habe mich schon damals gefragt, warum es ein solches qualitativ hochwertiges Radioprogramm mit Moderatoren, bei denen man nicht gleich an die Verkäufer auf dem Wochenmarkt denkt, nicht auch in Sachsen gibt. Radio Fritz bzw. Radio im Allgemeinen höre ich nicht mehr (ich wohne nicht mehr im Sendegebiet), die Frage aber blieb, auch, wenn ich zur Zeit gar kein Radiohörer bin.

Anscheinend geht es nicht nur mir so. Nun hat sich mit Biss.fm eine Initiative gegründet, die auf diesen Missstand aufmerksam machen und Abhilfe schaffen will. Getragen wird das Ganze von verschiedenen Akteuren aus Musik, Kultur und Politik, denen das hiesige Radioprogramm genauso auf den Keks geht, wie mir. Ich zitiere mal einfach die Forderungen:

Unsere Forderungen:

1.) Die Ausstrahlung eines alternativen Jugendradios für Sachsen nach den Vorbildern Sputnik (MDR), Fritz (RBB) oder FM4 (ORF) mit

  • einer Musikauswahl, bei der die künstlerische Vielfalt vor dem  kommerziellen Erfolg der  Tonträger steht
  • einer anspruchsvollen Berichterstattung, bei der (sub)kulturelle und politische Inhalte gleichberechtigt neben Unterhaltung stehen
  • Beiträgen zur Unterstützung der landesweiten Pop- und Jugendkultur
  • Programmen zur politischen Bildung

Wir bemängeln dabei vor allem die Tatsache, dass der MDR ein entsprechendes Format (SPUTNIK) ja bereits in Sachsen-Anhalt ausstrahlt. Eine Rundfunkanstalt des öffentlichen Rechts sollte aber die angebundenen Länder gleich behandeln und sich dabei besonders seiner Verpflichtung gegenüber jungen Menschen bewußt sein. Daher sollte das Format SPUTNIK entweder (mit einer eigenen Redaktion) auf Sachsen ausgeweitet werden oder ein entsprechendes neues Format in Sachsen eingeführt werden.

2.)  Die Förderung von nichtkommerziellen Internetradios

Immer mehr Menschen greifen auf Radioangebote im Internet zurück. Allerdings haben nichtkommerzielle Projekte derzeit kaum die Chance, die Kosten für Räumlichkeiten, Technik und Lizenzen (GEMA und GVL) zu tragen. Dies verhindert innovative redaktionelle und technische Ansätze und somit eine notwendige Belebung der sächsischen Medien- und Kulturlandschaft. Denn nur im Internet ist Platz für Experimente und Nischen. Im Gegensatz zu freien UKW-Radios, die hierzu bereits betrieben werden, ist die Reichweite eines Internetradios nicht regional (z.B. auf eine Stadt) begrenzt. Und auch außerhalb der urbanen Zentren Dresden und Leipzig besteht ein Recht auf Teilhabe an allen kulturellen und medialen Facetten in und aus Sachsen.

Daher soll der Freistaat Sachsen ein Förderprogramm für nichtkommerzielle Radioprojekte von Schulen, Universitäten und Vereinen auflegen, wodurch Projekte mindestens temporär finanziell unterstützt werden.

Sehr feine  Sache, wie ich finde. Wer das auch so sieht, kann sich in die Unterstützerliste eintragen und den Verantwortlichen Medienmachern im Freistaat zeigen, dass ihr Oldi-Schlager-Gewinnspiel-GuteLane-Einheitsbrei nicht annähernd so originell ist, wie sie zu glauben scheinen.

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  • Ein Kommentar

    1. Erstellt am 21. Februar 2009 um 10:43 | Permanent-Link

      Das ist ne wirklich gute Idee, die man unbedingt unterstützen sollte. Das was an Radiosendern zur Zeit auf dem Markt ist, ist ja wirklich nicht mehr originell oder zeitgemäß. Ich denke, gerade bei den nichtkommerziellen Radiosendern könnte man die Hörer auch um Spenden bitten, auf freiwilliger Basis lassen sich doch viele noch dazu überreden, etwas zu spenden, zumal wenn dadurch der Erhalt eines Programms oder dessen Ausbau gefördert werden können.

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