Größe ist nicht alles

Unsere Oberbürgermeisterin Frau Orosz bekommt heute ihr neues Dienstauto. Das wird ein VW Phaeton sein, den sie auch gleich möglichst werbewirksam in der lokalen Fabrik abholt. Nicht nur unterstützt diese Entscheidung die mittelalterliche Modellpolitik von VW, die sich hartnäckig der Entwicklung von sparsameren Autos verweigern, auch die Nähe zum (Wahl)Volk dürfte aus dem Fond der Luxuskiste nur schwer zu bewerkstelligen sein. In einer Stadt, in der 2007 jeder siebente Einwohner auf Hartz 4 angewiesen war, wird sich das Verständnis für die Anschaffung sicherlich in Grenzen halten.

Frau Orosz repräsentiert damit wieder einmal den Archetypus des deutschen konservativen Politikers. Je dicker das Auto, desto höher der Stellenwert. Auto- und Industrielobby vor Umweltschutz und Kostensenkung. Dass wir nicht mehr in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts leben hat sich anscheinend noch nicht überall herumgesprochen. Wobei ich mich frage, ob die Stadt überhaupt für den Ladenhüter aus dem Hause VW bezahlen muss, oder ob die nicht eher mit Freuden eine ihrer “Luxuskarossen” rausgeben und einen Stellplatz mehr in ihrem gläsernen Dauerparkhaus frei haben. Denn wirklich verkauft wird da ja so gut wie nichts.

Ob die Rechnung für VW allerdings aufgeht, wenn Frau Orosz zur Aberkennung des Welterbetitels wegen unsinniger Straßen- und Brückenbaumaßnahmen mit der dicken Protzkarosse vorfährt, wage ich doch zu bezweifeln.

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  • 3 Kommentare

    1. Erstellt am 23. Januar 2009 um 17:41 | Permanent-Link

      Hier könnt ihr die Position der Stadftratsfraktion B90/Gruene nachlesen…

    2. Erstellt am 25. Januar 2009 um 21:43 | Permanent-Link

      Würden unsere Politiker doch endlich mal begreifen, das ein dickes Auto bei uns Wählern überhaupt nicht ankommt, dann würden sie vieleicht auch endlich mal sein lassen, die Steuergelder so zu verschwenden. Poliktiker sollten eigentlich ein Vorbild sein, aber hier sind sie es überhaupt nicht.

    3. Erstellt am 27. Januar 2009 um 07:10 | Permanent-Link

      Was in der Politik dem Bürger empfohlen wird und wie das eigentliche Verhalten später aussieht wenn man persönlich mal “zugreifen” darf sollte hinlänglich bekannt sein.

      Ob das “Positionspapier” der Grünen da eine Hilfe ist… auch dort sind große Autos gerne gesehen (sicher um geschützte Tierarten im Notfall transportieren zu können). Die lässt man auch gerne mal nur mit Chauffeur auf der Autobahn hinterher fahren um Pressewirksam die Bahn zu nehmen.

      Heuchelei wohin man blickt.

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