Kesselsdorfer Straße muss neu geplant werden

Die CDU hat sich im Stadtrat letzte Woche mal wieder durchgesetzt. Der von ihr eingebrachte Antrag wurde angenommen und so wird nun die fertige Planung für den unteren Teil der Kesselsdorfer Straße verworfen. Und alles nur, weil sich die Damen und Herren Christdemokraten nicht vorstellen können, dass eine autofreie Zone sich positiv oder zumindest neutral auf die Händler vor Ort auswirken würde.

Im Klartext: Statt der geplanten Fußgängerzone im Bereich der Bus- und Bahnhaltestelle im unteren Teil der Kesselsdorfer wird nun wieder wie gehabt mit Durchgangsverkehr geplant. Im Grunde wird also die aktuelle Situation mehr oder weniger unverändert bleiben. Nur werden nochmal tausende Euro in Planungen fließen, dann vielleicht irgendwann ein bisschen gebaut (neue Asphaltdecke, neue Fußwege, mit viel Glück – wahrscheinlich aber nicht – vielleicht auch ein kleiner Radweg), um danach den gleichen Unfallschwerpunkt zu haben, wie jetzt – nur hübscher.

So langsam frage ich mich wirklich, was die CDU (meist unterstützt von der FDP) mit ihren Planungsunsinnigkeiten (Waldschlösschenbrücke, Königsbrücker Landstraße, Kesselsdorfer, auch von einer durchgängig befahrbaren Freiberger Straße war schon die Rede) überhaupt erreichen will. Sicher, die Hauptwählerschaft wohnt gemütlich im Eigenheim auf der grünen Wiese am Rand der Stadt. Für sie ist diese maximal noch Arbeitsort. Den gilt es schnell zu erreichen und vor allem wieder zu verlassen. Wohn- und Lebensqualität spielen da offensichtlich keine Rolle.

Für viele Menschen ist diese Stadt aber weit mehr, als nur ein bloßes Zweckgebilde. Sie ist Wohn- und Lebensraum. Die Verkehrsplanungspolitik der CDU im Stadtrat trägt nicht dazu bei, die Lebensqualität in der Stadt zu erhöhen. Vielmehr werden so Anreize gesetzt, ebenfalls in die Dresdner Randgebiete zu ziehen. Dies führt zu einer weiteren Zersiedelung der Landschaft, einer scheintoten Innenstadt und vor allem mehr Verkehr durch längere Fahrtwege. Für den muss dann natürlich wieder das Straßennetz ausgebaut werden.

Vielleicht schießt sich die ach so wirtschaftsfreundliche CDU mit solchen Ideen aber langfristig selbst ins Knie. Denn Studien haben gezeigt, dass besonders für hochqualifiziertes Personal und Manager die Lebensqualität ihrer Wohnorte eine große Rolle spielt. So werden Unternehmensansiedlungen eben auch von solchen weichen Faktoren bestimmt und nicht nur danach, welche Gegend die meisten Steuervergünstigungen und Subventionen bietet.

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  • Ein Kommentar

    1. Erstellt am 5. Mai 2009 um 02:32 | Permanent-Link

      Regelmäßig ein unschönes Dilemma für Leute, die durch die gebauwütigten Straßen müssen – und die Kesselsdorfer Straße ist leider keine kleine Straße. Die ständigen Baustellen dienen aber auch immer wieder den Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Dass dabei jahrelang der Einzelhandel gestört wird, wird leider vergessen. Ob die Ecke Lange Straße auch betroffen ist?

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