Zur Zeit laufen ja in Bangkok wieder mal UN Klimagespräche. Die geringe Medienpräsenz selbiger hängt wohl damit zusammen, dass es nicht viel zu berichten gibt, geht es doch weitestgehend um Vorverhandlungen für einen Nachfolger des Kyoto-Protokolls, welches 2012 ausläuft. Das Nachfolgeprotokoll soll bis Ende nächsten Jahres stehen und das weitere weltweite Vorgehen für den Klimaschutz ab 2013 festlegen. Ein Thema sind dabei Einsparungen von Treibhausgasen in Entwicklungsländern, die sich Unternehmen dann in ihren heimischen Industriestaaten positiv anrechnen lassen können. Bislang firmiert das ganze unter der Bezeichung CDM - Clean Developement Mechanism und klingt in der Theorie erstmal so gut wie logisch:
Unternehmen X, hat seinen Hauptsitz in Deutschland. Einige Fabriken stehen aber auch z.B. in Equador. Diese Fabriken haben bisher, im Gegensatz zu denen in Deutschland, so gut wie keine Emissionsvorschriften zu erfüllen und sind entsprechende Dreckschleudern. Also kann in Equador mit relativ geringem Einsatz, relativ viel für den Klimaschutz getan werden, wogegen in Deutschland höhere Kosten anfallen würden. Also investiert Unternehmen X in Equador in den Klimaschutz und kann sich die dort eingesparten Treibhausgase (teilweise) in Deutschland anrechnen lassen.
Nun sollte man meinen, dass sich auf diese Weise beachtliche Mengen Treibhausgase einsparen ließen. Roger Pielke Jr. von der University of Colorado hat genau diese Einsparungen mal auf ganz einfache Weise überschlagen. Er hat alle bis heute genehmigten und im Antragsverfahren befindlichen CDM-Projekte weltweit bis zum Jahr 2012 aufsummiert und errechnet, dass die Emissionen, die zum 1.1.2012 aufgetreten wären, erst am 7.01.2012 auftreten werden. Oder bildlicher gesprochen: CDM hilft uns die Klimakatastrophe um ganze 6,5 Tage hinauszuzögern.
Ich kann nichts über die Zuverlässigkeit der Berechnung sagen (hab grad keine Zeit zum nachrechnen). Interessant und schockierend finde ich sie allemal.
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