Endlich mal ein reißerischer Titel auf diesem Blog. Leider nicht von mir, sondern vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft. Das schickte letzte Woche eine Meldung mit genau diesem Titel in die Welt. Sowas ist man ja von Stromkonzernen gewöhnt, mit dem SMUL als Absender macht mich das schon stutzig.
Die ganze Sache ist im Grunde ganz einfach. Unser noch relativ neuer Staatsminister für Umwelt, Frank Kupfer, hat sich öffentlich zu Wort gemeldet und sich dabei wohl nicht eben mal mit Ruhm für Fachkompetenz bekleckert. Konkret steht zu lesen
„Die von Bundesumweltminister Gabriel geforderte 100-prozentige Versteigerung der Emissionsberechtigungen für die am Emissionshandel teilnehmenden Anlagen des Stromsektors würde die Strompreise enorm steigen lassen,“ so der Sächsische Umwelt- und Landwirtschaftsminister Frank Kupfer nach einer am 10. September 2008 vom Bundesumweltministerium und der IG Metall gemeinsam veröffentlichten Erklärung zum europäischen Emissionshandel.
Die Aussage klingt nach bestem Energie-PR-Sprech. Die armen Energieunternehmen müssen ab 2013 für ihre CO2-Zertifikate tatsächlich Geld bezahlen. Eigentlich klar, dass da der Strompreis steigen muss. Was unser lieber Minister allerdings übersieht, ist die einfach Tatsache, dass die Energieunternehmen die Zertifikate bereits seit mehreren Jahren auf den Strompreis aufschlagen und das obwohl sie sie geschenkt bekommen. Möglich macht das das deutsche Bilanzrecht, welches die Unternehmen verpflichtet, die geschenkten Zertifikate wie andere Besitztümer auch zu bilanzieren. Somit kann man sie als "Kosten" ausweisen, die natürlich den Strompreis verteuern. So verdienen sich die Energieriesen seit Jahren Millionen dazu.
Ab 2013 wird daraus endlich wieder ein Nullsummenspiel - theoretisch zumindest. Praktisch wird es wohl so laufen, dass die Energielobby ihre Meinungsmacher ausschicken wird und aller Welt erklärt, dass die Strompreise durch die Versteigerungen steigen müssen. So lange sich Politiker finden, die das fleißig nachplappern, wird auch Otto Normalverbraucher kaum auf die Idee kommen, dass da was faul sein könnte.
Ein Kommentar zu “Bundesumweltminister Gabriel treibt Strompreise in die Höhe”
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