China will gerechte Verteilung von Emissionen

Beim Thema Umwelt sieht sich Deutschland gern als Vorreiter. Das gilt ganz besonders im Bereich Klimaschutz. Und Frau Merkel gefällt sich gut in der Rolle der Klimakanzlerin. Gern verweist man seitens der Politik auf das zu erwartende Erreichen der CO2-Reduktionsziele des Kyotoprotokolls (-21% CO2 bis 2012 gegenüber dem Basisjahr 1990) ((vgl. http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Publikation/Bestellservice/__Anlagen/2008-11-17-fortschrittsbericht-2008,property=publicationFile.pdf)).

Der nun von China einen Vorschlag in die aktuelle Diskussion um ein Kyoto-Nachfolgeabkommen eingebracht, auf die ich persönlich schon lange warte: Als Exportnation möchte China einen Teil seiner CO2-Emissionen auf die Länder verteilen, die Waren von China beziehen.

Dieser Vorschlag ist so neu, wie naheliegend. Das Kyoto-Protokoll bewertet den CO2-Ausstoß nach dem Verursacherprinzip. Dem Land, wo Kohlendioxid ausgestoßen wird, wird dieses auch hinzugerechnet. Dieses Prinzip wurde gewählt, weil es einerseits einfach zu erfassen und andererseits für die Industrienationen sehr bequem ist. So können CO2-intensive Produktionen einfach in Länder ohne Reduktionsverpflichtungen ausgelagert und die Waren später importiert werden. Der landeseigene CO2-Ausstoß wird gesenkt und alles ist gut. Genau das passiert im großen Stil seit den neunziger Jahren und China hat sich so zu einem Land entwickelt, dass Deutschland aktuell den Titel des Exportweltmeisters streitig macht.

Deutschland importiert mittlerweile mehr Waren aus China, als anders herum. So gesehen wird in China also CO2 ausgestoßen, das eigentlich in Deutschland anzurechnen wäre. Berechnet man nämlich diese Emissionen in die deutsche Kohlendioxidstatistik mit ein, sind wir weit davon entfernt irgendwelche Ziele zu erreichen.

Ende 2007 veröffentlichten Glen P. Peters und Edgar G. Hertwich eine Studie ((Peters, G. P.; Herwitch, E. G. (2007): CO2 Embodied in International Trade with Implications for Global Climate Policy. In: Environmental Science and Technology, 42 (2008), Seiten 1401-1407)), in der sie versuchen genau diese handelsbedingten Emissionen den einzelnen Ländern zuzurechnen. Sie berechnen die CO2-Ausstöße für Export und Importe für einzelne Länder. Gemäß ihren Daten werden China 17,8% CO2-Emissionen angerechnet, deren Waren eigentlich exportiert werden. Deutschland hingegen werden 15,7% seiner CO2-Emissionen zu wenig angerechnet.

Mit dem chinesischen Vorschlag wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Leider habe ich wenig Hoffnung, dass sich die Chinesen damit durchsetzen werden. Viel wahrscheinlicher ist es, dass ein neues Klimaabkommen genau wegen solchen Vorschlägen scheitert, oder wieder nicht mal das Papier wert ist, auf dem es geschrieben steht, sollte der Vorschlag nicht mit berücksichtigt werden.

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    1. [...] Ruhestörung.net schreibt auch [...]

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