Wenn für mich ein Wort in diesem noch recht jungen Jahr das Zeug zum Unwort des Jahres hat, dann ist es mit Sicherheit die “Stromlücke”. Mit ihr werden die Horrorszenarien von großflächigen Stromausfällen in Deutschland beschrieben. Besonders bei Managern der Stromindustrie scheint es sich mittlerweile zum Reflex entwickelt zu haben, die Stromlücke anzuführen, wenn sie auf Themen wie Atomausstieg oder den Verzicht auf neue Kohlekraftwerke angesprochen werden. So taucht die Stromlücke denn auch in regelmäßigen Abständen in den Medien auf. So geschehen erst heute morgen wieder beim Feedlesen in diesem (im übrigen sehr lesenswerten) Artikel zur Solarenergie bei Technology Review.
Was nun aber die Versorgungssicherheit von Strom in Deutschland angeht, hat das Umweltbundesamt vor kurzem eine Studie zum Thema vorgelgt. Das Fazit der Studie entschpricht so ziemlich genau dem Gegenteil dessen, was uns die Stromkonzerne (und ihnen nahestehende (Ex)Politiker) weißmachen wollen:
Die Versorgungssicherheit bis 2020 ist wegen des Verzichts auf die Atomkraftnutzung gemäß der Vereinbarung der Bundesregierung mit den Energieversorgungsunternehmen vom Juni 2000 nicht in Gefahr.
Noch schlimmer wird es für die Stromlobby, wenn man sich die damit verbundenen konkreten Vorschläge in der Studie anschaut, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung bis 2020 zu erreichen:
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Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung, vor allem auf Erdgasbasis, um den Anteil von KWK-Strom im Jahr 2020 auf 25 Prozent zu steigern
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keine zusätzlichen Kohlekraftwerke über die heute schon im Bau befindlichen Kraftwerke hinaus
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Ausbau der erneuerbaren Energien auf knapp 30% der Stromerzeugung bis zum Jahr 2020.
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