grüne Kohle – weiterhin ein Wunschtraum

Heute geht im Kohlekraftwerk Schwarze Pumpe bei Spremberg in der Lausitz die von Vattenfall gebaute Pilotanlage zur CO2-Sequestrierung (CCS) offiziell an den Start. Sie soll als Testobjekt dienen, um die technische Machbarkeit und wirtschaftliche Sinnhaftigkeit von CCS zu demonstrieren. Über die dahinter stehende Technik habe ich bereits früher geschrieben und auf eine Vielzahl von Problemen hingewiesen.

Nun feiert Vattenfall also seine neue Anlage als den großen Wurf in Sachen Klimaschutz. Dazu wurden gestern Journalisten, Politiker und Wissenschaftler nach Berlin zu einer als "internationaler Klimakongress" getarnten Werbeveranstaltung geladen, deren Fazig Vattenfall selbst so beschreibt:

Klimaschutz und Kohle können Hand in Hand gehen. So lautet das Fazit des Internationalen CCS-Kongresses von Vattenfall, der heute in Berlin stattfand.

Selbst Vattenfall rechnet nicht mit einer Marktreife der Technik vor 2020. Dazu kommmt, dass sich der ohnehin schon äußerst gerine Wirkungsgrad von Kohlekraftwerken durch CCS nochmals um 10 bis 15% verringert. Für ein "modernes" Braunkohlekraftwerk bleibt somit ein Restwirkungsgrad von gerade mal 28-33% übrig. Das heißt nichts anderes, als dass rund 70% der in der Braunkohle gespeicherten Energie einfach verbrannt werden. Dafür werden ganze Landschaften umgegraben und Dörfer abgerissen. Zukunftstechnologie sieht wahrlich anders aus! CCS bleibt Zukunftsmusik und ein Wulnschtraum der Kohlelobby.

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