Wenn man, wie ich, sein Fahrrad als Hauptverkehrsmittel nutzt, hat man natürlich ein gesteigertes Interesse daran, dass selbiges nicht geklaut wird. Also liegt die Anschaffung eines hochwertigen Schlosses nahe. Allerdings liegt dieser Kauf bei mir ungefähr 13 Jahre zurück.
Das damals erworbene Kryptonite Bügelschloss ist bis heute an meinem Rad im Einsatz und tut seinen Dienst ohne Probleme. Beim Kauf lagen dem Schloss die üblichen beiden Schlüssel bei. Diese sind ähnlich robust wie das Schloss. Trotzdem hat sich im letzten Jahr einer von beiden in die ewigen Jagtgründe verabschiedet. Zu meinem Glück direkt vor meiner Haustür. Denn so schön ein sicheres Schloss auch sein mag, wenn das Rad angeschlossen ist und der Schlüssel nicht mehr funktioniert, steht man im Zweifelsfall erstmal ziemlich dumm da. So ist bei mir also seit etwa einem Jahr der zweite mitgelieferte Schlüssel im Einsatz.
Seit dem fährt allerdings immer die leichte Sorge mit, was passiert, wenn auch dieser Schlüssel kaputt gehen sollte, oder ich ihn schlicht und ergreifend verliere. So ein Bügelschloss zu knacken macht bestimmt große Freude, wobei man wahrscheinlich der Polizei mehrmals erklären darf, dass man da gerade an seinem eigenen Fahrrad rumbastelt.
Nun ja, zum Glück bietet Kryptonite ja die Möglichkeit Schlüssel nachzubestellen. Über die Firmenwebseite ist das auch problemlos möglich - zumindest theoretisch. Zur Auswahl stehen vier Schlüsseltypen, die man für wenig Geld bestellen kann. Nur meiner war leider nicht aufgelistet.
Also schrieb ich vor ca. einer Woche eine Mail an Kryptonite, in der ich mein Anliegen schilderte und mich nach dem Preis für “meinen” Schlüssel erkundigte. Die Antwort war so kurz wie unerwartet:
Martin,
Let us know your mailing address and we can have a pair of keys sent out at no charge under our key safe program.
Heute kam der Brief aus den USA mit zwei nagelneuen Schlüsseln zum Preis von 0,00$ für mein gutes altes Schloss. Ein ganz großes DANKE dafür! Schön, dass zumindest einige Unternehmen Kundenservice wirklich ernst nehmen.
Der Verkehrsclub Deutschland hat mal wieder ein Ranking der - angeblich - umweltfreundlichsten Autos veröffentlicht. Gewonnen hat - oh Wunder - der Toyota Prius. Genau der Wagen, der in den USA so unheimlich erfolgreich ist und mit seiner Hybridtechnologie so viel Sprit spart, dass man sich fragt, wozu dort überhaupt noch Tankstellen existieren.
Nun ist das mit Rankings und Bestenlisten allerdins so eine Sache für sich. Je nachdem, welche Kriterien man betrachtet und wie man diese gewichtet, lassen sich mit den selben Daten unter Umständen sehr verschiedene Ergebnisse hervorbringen. Im Falle der VCD-Liste waren dies vor allem CO2- und Schadstoffausstoß, sowie Lärm. Da ein Hybridfahrzeug nunmal gelegentlich im Batteriemodus unterwegs und somit quasi absolut leise ist, zusätzlich während dieser Zeit kein Kohlendioxid und nur Mindestmengen an anderen Schadstoffen freisetzt, ist es also absolut keine Überraschung, dass mit dem Honda Civic noch ein Hybridfahrzeug auf den ganz vorderen Plätzen landet.
Leider sagen die Kriterien CO2- bzw. Schadstoffausstoß und Lärm nur sehr wenig über die wirkliche Umweltfreundlichkeit einzelner Fahrzeuge aus. Auf Grund dieser Kriterien ein Auto als umweltfreundlich einzustufen ist ungefähr so sinnvoll, wie von ökologischen Eiern zu sprechen, wenn diese zwar in Frankreich von glücklichen Hühnern gelegt wurden, dann aber über die USA, Brasilien und Australien nach Deutschland transportiert werden.
Der Vergleich von Fahrzeugen mit grundlegend verschiedenen Antriebskonzepten anhand ihres CO2-Ausstoßes ist nur sehr bedingt sinnvoll. Das Problem ist, dass Kohlendioxid in der öffentlichen Wahrnehmung mit dem Klimawandel und zunehmend mit Umweltschutz gleichgesetzt wird. Geringer CO2-Ausstoß = umweltfreundliches Auto. Da das auch noch zu geringeren Schmerzen beim Blick auf die Tankrechnung führt, sind alle glücklich und zufrieden.
Gerade bei Hybridfahrzeugen spielen aber die Elektroantriebe ein nicht zu unterschätzende Rolle. Die Batterien müssen extra hergestellt und später auch wieder entsorgt werden. Dafür sind zum Teil sehr energieaufwändige Verfahren notwendig. Da die Energiegewinnung für diese Verfahren wohl kaum zu 100% aus regenerativen Energiequellen gedeckt wird, werden hier große Mengen CO2 freigesetzt. Hinzu kommen die Entsorgungsprobleme, die durch die Batterien entstehen. Solche “Nebensächlichkeiten” werden natürlich von den Hybridherstellern gern verschwiegen und offensichtlich auch in diversen Rankings gern übersehen.
Will man also wirklich die Umweltfreundlichkeit von Autos bewerten, muss man den gesamten Lebensweg vom ersten Vorprodukt bis zur letzten entsorgten Schraube verfolgen. Genau diesen Ansatz verfolgte CNW Research für ihren “Dust to Dust Energy Report” des US Automarktes. Hier landet der Toyota Prius nicht mal unter den besten Zehn!
[via: Karma Konsum]
Vor kurzem hat sich auf einer kurzen Radtour meine Vorderradlampe am Fahrrad verabschiedet. Die Standlicht-LED funktionierte zwar noch, aber die Halogenlampe wollte trotz intakter Birne einfach nicht mehr. Mit wenig Begeisterung machte ich mich also auf die Suche nach einer neuen Lampe, wobei ich allerdings nicht viel mehr erwartet habe, als von meiner “alten”, mit der ich eigentlich ganz zufrieden war.

Lumotec IQ Fly © Busch & Müller KG
Ich weiß nicht so richtig, was mich geritten hat, aber schließlich habe ich mir eine - zugegebenermaßen - sündhaft teure Lumotec IQ Fly von Busch & Müller gegönnt. Das Werbeversprechen von 40 Lux Helligkeit hat mich nicht mehr so richtig losgelassen. Die StVO schreibt ein Minimum von 10 Lux für Fahrradlampen vor. Im Unterschied zu einer “herkömmlichen” Lampe wird die Fly von nur einer LED befeuert, die oberhalb des Reflektors sitzt. So soll ein gleichmäßig ausgeleuchtetes Sichtfeld entstehen und Steuverluste vermieden werden. Heute Abend durfte die Lampe den ersten Testlauf auf dem stockdunklen Elberadweg zwischen Pillnitz und Dresden absolvieren.
Nun, was soll ich sagen…das Wort Lampe trifft’s eigentlich nicht mehr. Das kleine Teil ist vielmehr ein Scheinwerfer. Die üblichen Verkehrshindernisse (Fußgänger, Jogger, …) erkennt man auf ca. 100 Meter Entfernung! Auch mit ca. 35 km/h fährt man so sicher, wie am Tag. Sichtbar ausgeleuchtet werden ca. 30 bis 50 Meter (ich bin schlecht im Schätzen von Entfernungen). Fußgänger, Radfahrer, Skater und alle anderen, die man überholt drehen sich spätestens 20 Meter bevor man sie erreicht um und machen brav Platz. Kommentar eines überholten Radfahrers: “Was is das denn für’n Licht? Wo gibt’s denn sowas? Das brauch ich auch!”. Ebenfalls nett ist die Möglichkeit den Scheinwerferkopf in dreifach in der Neigung zu verstellen. So kann man ganz fix auf “Fernlicht” umstellen, ohne immer die Lampe samt Befestigungsschraube drehen zu müssen. Das Standlicht schließlich ist auch nicht mehr mit der kleinen LED-Leuchte meiner alten Lampe zu vergleichen, sondern geht gut und gerne als kleine Taschenlampe durch, was sehr nützlich ist, wenn man, wie ich, mal wieder zu faul ist, das Kellerlicht einzuschalten.
Kurzum…ich liebe diese Lampe! Uneingeschränkte Empfehlung für alle Radfahrer, die es gern etwas heller mögen oder einfach häufiger auf unbeleuchteten Strecken unterwegs sind. Neben der von mir verwendeten Variante für Nabendynamo gibt es solche für normale Dynamos oder auch mit Akkubetrieb.
Disclaimer: Nein, ich kriege weder direkt Geld oder Provision oder sonstwas für diesen Beitrag! Wer mich trotzdem mit Millionen überhäufen will, darf sich gern per Email melden ;)
…zum bloggen! Deshalb bin ich erstmal bis Mitte August weg und werd auch keinen Rechner anfassen, dafür aber ne Menge Zeug durch die Luft werfen. :)
Das hier verwendete tolle Amazing Grace Wordpress Theme von Vladimir Prelovac ist in einer neuen Version erschienen und unterstützt jetzt auch Wordpress 2.6.
Da schon mehrmals Anfragen bezüglich der deutschen Variante des Themes kamen, gibt es hier ab sofort die eingedeutschte Version zum Download. Gegenüber dem Originaltheme habe ich sonst keine Änderungen vorgenommen.
Die olympischen Sommerspiele in Peking beginnen in wenigen Tagen und so langsam wird es ernst in/für China. So hat man sich jetzt doch entschlossen, den angereisten Journalisten keinen freien Internetzugang im Pressezentrum zu gewährleisten, was die Reporter ohne Grenzen natürlich scharf kritisieren.
Viel interessanter finde ich allerdings die Frage, wie viel die Sportreporter überhaupt zu tun haben werden. Denn ehrlich gesagt kann ich mir nicht ernsthaft vorstellen, dass viele der Sportler bei den vorherrschenden Bedingungen auch starten wollen. Gerade Freiluftveranstaltungen wie der Marathon oder sonstige Ausdauerwettbewerbe stellen doch bei der üblichen Pekinger Luftqualität eher ein Gesundheitsrisiko für die Athleten dar, als alles andere. Auch Fahrverbote und die ganzen anderen Spielchen der chinesischen Regierung werden da wenig helfen.
Hier mal als Illustration der Problematik ein Bild von meinem letzten Besuch in Shanghai vor zwei Jahren. Eigentlich schien die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Die Sichtweite betrug trotzdem nur ca. 1km. Und das war ein “ganz normaler” Tag…

Vor reichlich einer Woche hab ich mich noch über den “Sächsischen Aktionsplan Klima und Energie” gefreut. Sicher gab es noch Verbesserungsmöglichkeiten, aber besonders die Vorbildwirkung der säschsischen Verwaltung bei der Beschaffung von Dienstwagen stach positiv heraus. Doch damit ist es anscheinend schon wieder vorbei.
Wie die SZ heute schreibt, sollen die Richtlinien zum CO2-Ausstoß bei der Dienstwagenbeschaffung doch wieder gelockert werden. Ursprünglich sah der Plan eine feste Obergrenze von 140g CO2/km für Neuwagen vor (ab 2012 sogar 120g CO2/km). An deren Stelle soll nun ein “guter Durchschnittswert” für die gesamte Wagenflotte treten. Begründet wird das damit, dass sonst z.B. Wasserwerfer unter die neue Regelung fallen würden. Schon klar…
Welcher Politiker fährt bitte mit einem Wasserwerfer durch die Gegend? Da haben einige Politiker offensichtlich erstmals den Plan gelesen, an dem sie selbst mitgewirkt haben. Dabei muss ihnen aufgefallen sein, dass sie diesmal ausnahmsweise selbst von den von ihnen aufgestellten Regeln betroffen sind (und nicht nur die Bürger). Nun bemühen sich um Schadensbegrenzung. Natürlich kann man es auch nicht ernsthaft von einem Politiker erwarten, dass er in einem umweltschonenden Dienstwagen fährt. Schließlich hat ma ja so seine Repräsentationspflichten und als Vorreiter in Sachen Umwelttechnik will sich Sachsen anscheinend nicht profillieren.
Was vom Aktionsplan übrig bleibt, sind eine Menge schöner Worte, Empfehlungen und schwammige Ziele, nur keine verbindlichen Regeln für irgendwas. Klimaschutz ist offensichtlich doch noch nicht in den Politikerköpfen angekommen, zumindest nicht, wenn er sie selbst tangiert.
Über die zunehmende Politikverdrossenheit der Bürger brauch sich bei solchen Geschichten auch niemand mehr wundern.
Wie die DNN heute schreibt, sind die Touristenzahlen im ersten Quartal 2008 um rund 7% gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken. Konkret sind das über 100.000 Besucher weniger. Dabei lag der Anteil ausländischer Gäste bei nur etwa 14%.
Die reflexartige Reaktion der Dresden Werbung und Tourismus GmbH ist, zusätzliche 500.000 Euro für Marketingzwecke von der Stadt zu fordern. Vielleicht sollte man sich lieber mal Gedanken machen, welchen Imageschaden der jahrelange Streit um die Waldschlösschenbrücke verursacht hat und ob Dresden wirklich so gut ohne den Titel leben kann, wie einige unserer (ehemaligen) Politikerdarsteller gern behaupten. Gerade im Ausland wirkt solch ein Titel wesentlich stärker, als 500.000 Euro Werbemittel.
Darüber hinaus sollte man in der Stadt vielleicht endlich mal anfangen darüber nachzudenken, ob es wirklich sinnvoll ist, die Hotelkapazitäten noch weiter auszubauen (Stichwort drei neue Hotels am Postplatz). Wäre es nicht eventuell besser, Grünflächen und Ruhezonen anzulegen, anstatt sinnlose Bettenburgen und Betonwüsten zu bauen?
Nach den Daten des National Climatic Data Center war der Juni weltweit mal wieder einer der wärmsten überhaupt. Für die weltweite Landtemperatur ergab sich Platz 4, für die der Ozeane Platz 10, macht zusammen genommen den 8. wärmsten Juni seit Beginn der Datenaufzeichung.
Hier mal zwei Grafiken zur Veranschaulichung:
Verschiedene Umweltverbände fordern heute die Bundesregierung auf, den Anteil ökologisch bewirtschafteter Landwirtschaftsfläche in Deutschland bis 2015 auf 20% zu erhöhen. An sich ein begrüßenswerter Vorstoß. Allerdings gibt es das 20% Ziel schon seit langem in verschärfter Form.
Die nationale Nachhaltigkeitsstrategie der beinhaltet 21 Indikatoren, die Ziele für die mittel- und langfristige nachhaltige Entwicklung in Deutschland vorgeben. Einer dieser Indikatoren ist die Entwicklung der Anbaufläche des ökologischen Landbaus. Ziel ist diese bis zum Jahr 2010 auf 20% zu erhöhen. Das heißt, dass die Bundesregierung sich bereits ehrgeizigere Ziele vorgegeben hat, als die Verbände heute fordern.
Der Grund für die Forderung dürfte der Anfang Mai veröffentlichte Entwurf zum Fortschrittsbericht 2008 zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie sein. Darin wird zwar auch das Ziel von 20% genannt, allerdings ohne konkrete Zeitvorgabe. Betrachtet man nun die Entwicklung der letzten Jahre zeit sich deutlich, dass 20% im Jahr 2010 nicht mehr realistisch sind. Selbst das Jahr 2015 erscheint als ambitionierte, wenn auch erfüllbare Forderung.

Bleibt zu hoffen, dass die Politik sich endlich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt und nicht nur zusieht, wie sie mit den Agrarsubventionen am besten konventionelle Landwirtschaft fördert.

