Meine ersten Erfahrungen mit der GEMA

Wenn man im Internet nach Abzocker sucht, sollte eigentlich die Homepage der GEMA an erster Stelle erscheinen.

Auf einer anderen Webseite als dieser wollte ich eigentlich ein kleines Video einstellen. Damit das nicht ganz so langweilig rüberkommt, muss natürlich eine Hintergrundmusik her. Irgendwie konnte ich mich dann doch noch erinnern, dass da die GEMA evtl. Ansprüche anmelden könnte. Also angerufen und nachgefragt…ja, die wollen Kohle sehen. Auch Youtube ist da kein sicherer Hafen für Videos mehr, da deren früherer Pauschalvertrag mit der GEMA im März 2009 ausgelaufen ist, was man nebenbei gesagt nicht wirklich auf die Nase gebunden kriegt im WWW.

Der nächste logische Schritt war für mich einfach mal die Band anzuschreiben und nachzufragen. Da es sich um ein kleines Projekt handelt, das nur aus zwei Brüdern besteht, sollen sich damit auch keine sonstigen Leute übergangen vorkommen. Obwohl die Bandwebseite nicht mehr die aktuellste ist, bekam ich innerhalb weniger Stunden von den beiden das OK, den Song für besagtes Video zu verwenden.

Aber man ist ja misstrauisch im Internet. Also nochmal bei der GEMA angerufen und nachgefragt, ob das ausreicht. Die Antwort hätte mir eigentlich klar sein sollen. Die Zustimmung der Künstler reicht zwar aus, um das Lied für das Video zu verwenden, aber die GEMA “muss” (sic) trotzdem Kohle verlangen. Und die Preise für so ein Video gehen für Privatleute bei 30 Euro im Jahr los (nächste Stufe, z.B. für Vereine sind dann über 70 Euro pro Jahr!).

Eigentlich hatte ich gar nichts anderes erwartet. Was mich aber aufregt ist dieses “muss”. Die müssen gar nichts. Die wollen einfach nur mitverdienen und sich nicht die Karten aus der Hand nehmen lassen. Zu behaupten, dass sie Geld verlangen müssen ist ungefähr so bescheuert, wie der Aushang in Regionalbussen, der darüber aufklärt, dass man gezwungen ist, von Schwarzfahrern 40 Euro zu nehmen, weil das die allgemeinen Beförderungsbestimmungen so verlangen. Ja von wem sind denn die Bestimmungen bitte gemacht? Und wer hat das Regelwerk der GEMA aufgestellt. Hat das Moses mit vom Berg gebracht und die arme kleine GEMA muss sich nun dran halten oder was? Diese Scheinheiligkeit kotzt mich an!

Tja, nun gibt’s also vorerst kein Video, was ich sehr schade finde.

Ähnliche Beiträge:
  • Störungsmeldung
  • 4 Kommentare

    1. Erstellt am 31. August 2009 um 18:07 | Permanent-Link

      Hallo Martin,

      das Video ist noch nicht hoffnungslos.

      Frage bei der GEMA an, ob der Musiktitel zum GEMA-Repertoire gehört. Wenn nicht, ist keine Lizenzgebühr zu bezahlen.

      Dagmar Rosenberger
      Dokumentation-Service

      drosenberger@gema.de

      mfg

      Robert Hoersel

    2. Erstellt am 31. August 2009 um 18:29 | Permanent-Link

      Danke für den Tipp, aber der Song ist leider bei der GEMA gelistet. Also entweder zahlen oder ein GEMA-freies Lied suchen…

    3. Erstellt am 1. Oktober 2009 um 15:40 | Permanent-Link

      Es ist unerträglich wie die GEMA ungeniert abkassiert. Und das im vollen Bewusstsein auf andere Kunst aufbauende Kreativität somit zu unterdrücken. Dass nichtmal das Einverständnis des jeweiligen Künstlers ausreicht sagt alles über die Methoden. Man (der Künstler) prostituiert sich unweigerlich…das grenzt ja schon an Zuhälterei.

      Torsten

    4. boingo
      Erstellt am 21. Januar 2010 um 16:26 | Permanent-Link

      Naja, Kreativität bedeutet auch die Musik selber zu machen oder dafür zu zahlen.

    Ihr Kommentar

    Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

    *
    *

    You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

    Abonnieren ohne einen Kommentar abzugeben