Spaß am Telefon

Als ex-Woba und jetzt-Gagfah-Mieter hat man ja keine Möglichkeit mehr, sich direkt an den entsprechenden Kundenbetreuer zu wenden. Die entsprechende Dame sitzt zwar in meinem Fall nur rund einen Kilometer entfernt, aber manches lässt sich eben durch einen Anruf im Callcenter schneller klären. Dass man dabei auch noch sehr interessante Sachen erfährt, ist wohl eher ein unerwünschter Nebeneffekt. Aber der Reihe nach…

Ausgangspunkt war eine Ladung Wäsche, die ich heute waschen wollte. Als ich nach etwa einer halben Stunde wieder ins Bad kam, roch es doch etwas eigenartig. Grund war die vor sich hin schmorende Steckdose. Also Sicherung und Stecker raus und Woba Gagfah anrufen, um den Vorfall zu melden. Dort wurde sprach ich in besagtem Callcenter mit einer netten Frau, die mich nochmal weitervermittelte und mir gleich noch eine eventuelle Warteschleife ankündigte.

Was dann folgte war die interessanteste Warteschleife, die ich je erlebt habe. Kaum war die eine Dame weggeschaltet, hörte ich schon eine andere, die meine GEZ-Teilnehmernummer wissen wollte. Hä? Teilnehmernummer? Welche Teilnehmernummer? Und welche GEZ? DIE GEZ? Hab ich mich verhört? Oder bin ich einfach nur falsch verbunden worden? Auch auf mein drittes Nachfragen reagierte sie nicht wirklich angemessen und erzählte, dass Nummer auf einem der Schreiben stünde, die ich doch erhalten haben muss. Irgendwann wurde mir endlich klar, dass sie nicht mich meinte, sondern einen mir bis dato unbekannten Menschen, der ganz offensichtlich Probleme mit der GEZ hat. Also lauschte ich statt dem üblichen Warteschleifengedudel dem Gespräch und erfuhr neben dem Namen der betroffenen Person auch deren Problem und die genaue Höhe der Schulden bei der GEZ.

Leider konnte ich nicht mehr verfolgen, wie die Sache ausging, da sich meine Ansprechpartnerin meldete. Meinen Hinweis auf das eben Geschehene kommentierte sie sinngemäß mit den Worten: “Da hat die Kollegin bestimmt nur den falschen Knopf gedrückt. Kann ja jedem mal passieren.”

Callcenter, gleichzeitig für mehrere Unternehmen arbeiten sind schon echt ne tolle Sache. Es fällt nicht schwer sich auszumalen, welche Datenbestände da möglicherweise in einer Firma zusammenlaufen…

Das eigentliche Steckdosenproblem wurde sehr schnell behoben. Binnen einer Stunde war der Monteur da (am Freitag Nachmittag!) und 15 Minuten später die neue Steckdose eingebaut.

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