Die SPD und das Projekt 5%

Die SPD gibt sich ja momentan alle Mühe, sich möglichst direkt der 5% Marke bei der nächsten Wahl anzunähern. Besonders bringt sich der sächsische Spitzenkandidat Thomas Jurk ein. Der lies sich vor kurzem im Chat der Freien Presse vom Wahlvolk befragen und gab einige denkwürdige Aussagen von sich:

(Gast208) Sind sie persönlich für oder gegen eine Abschaffung von "gewalttätigen" PC-Spielen?
(ThomasJurk) Da ich auf meinem PC eher Skat spiele, kenne ich nicht alle PC-Games. Aber ich bin gegen gewaltverherrlichende Spiele.

Immer schön dem SPD-Motto folgend: Kenn ich nicht, bekämpf ich aber.

(Gast208) Wieso schränkt die SPD die einfachsten Grundrechte durch die (wirkungslose) Internet-Zensur des Zugangserschwerungsgesetztes ein? Für mich verstößt die SPD damit gegen das Grundgesetzt!
Thomas Jurk: Hallo lieber "Pirat". Wenn wir gegen das Grundgesetz verstossen, weil wir Pädophilen unmöglich machen kinderpornografische Bilder aus dem Internet herunterzuladen, dann nehme ich das in Kauf. Ich persönlich hoffe darauf, dass wir das Problem lindern, wenn wir den Kunden von Kinderpornografie das Leben schwerer machen. Wenn deshalb irgendwo auf der Welt nur ein Kind nicht zu pornogrfischen Bildern mißbraucht wird, hat sich das gelohnt.

Ja, ähm…nun…was soll man dazu noch sagen? Der Zweck heiligt also mal wieder die Mittel und das Grundgesetz unnötiger Ballast.

(zyniker) Her Jurk, wieso sind sie gegen sogenannte "Killerspiele" während die Bundeswehr eben erst die Freigabe erhalten in Afghanistan auf bloßen Verdacht hin zu schießen. Dort sterben immerhin richtige Menschen, in Computerspielen sind es ein paar Pixel.
Thomas Jurk: Nun machen Sie, lieber Zyniker, Ihrem Namen Ehre. Vergleichen Sie nicht Ihre Spielchen am PC mit dem Ernst des Lebens. Mein Sohn hat ein halbes Jahr in Afghanistan auch Ihre Freiheit verteidigt. Ihm und seinen Kollegen zu unterstellen, sie würden auf Verdacht hin schießen, ist ein Ungeheuerlichkeit.

Unsere Freiheit wird am Hindukusch verteidigt. Danke, wussten wir schon! Und nein, ich bin ihrem Sohn nicht dankbar, dass er so heldenhaft auch meine Freiheit verteidigt, die wohl weit weniger in Gefahr wäre, wenn Deutschland sich nicht militärisch in Afghanistan engagieren würde. Vielmehr tut mir ihr Sohn leid, genau wie all die anderen Menschen, die dort einen Krieg erleben und in ihm leben, der von Deutschland mit geführt wird, auch wenn er hier nicht so genannt werden darf.

Wenn das das Beste ist, was die SPD hier aufzubieten hat, dann werden wir wohl bald erfahren, wie die 5%-Hürde für eine ehemalige Volkspartei von unten aussieht.

Den gesamten Chat gibts zum nachlesen im ach so pösen Internet.

Ein Kommentar

  1. Erstellt am 1. September 2009 um 10:04 | Permanent-Link

    Was Jurks potentielle Inkaufnahme eines Verstoßes gegen das Grundgesetz betrifft, hatte ich auf eine interessante Parallele zur Causa Daschner verwiesen, also jenem ehemaligen Polizeipräsidenten, der es als gerechtfertigt ansah, einem der Kindesentführung Verdächtigen Folter anzudrohen, um das Leben des Kindes zu retten. Damals gab es in der Bevölkerung breite Zustimmung für diesen als heldenhaft empfundenen Bruch mit dem Gesetz; ich finde es interessant, daß inzwischen ein Wandel in der Wahrnehmung zumindest der netz-affinen Bürger stattgefunden hat.

Ein Trackback

  1. [...] an CDU/CSU (oder die Rechten) geht ist eine gute Stimme   Man sollte der CDU Vorschlagen auch am Projekt 5% zu arbeiten, dies wäre mal eine gute [...]

Ihr Kommentar

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

*
*

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Abonnieren ohne einen Kommentar abzugeben