Lohnkosten deckeln?

In die Diskussion um die Einführung einer Gesundheitsprämie (aka Kopfpauschale) schaltet sich jetzt auch der sächsische Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) ein. Die Pressemitteilung liest sich wie das auf das Wesentliche reduzierte Wahlprogramm der FDP (Hervorhebungen durch mich):

”…Ich persönlich finde den Vorschlag aus Berlin klug. Denn wir müssen dringend die Lohnkosten von ständig steigenden Krankenversicherungsbeiträgen abkoppeln. Die Beiträge müssen im Interesse der Unternehmen und Arbeitsplätze eingefroren werden. Die Lohnkosten dürfen nicht weiter steigen. Aus wirtschaftspolitischen Erwägungen macht die Gesundheitsprämie deshalb durchaus Sinn. Sie sichert Arbeitsplätze und stärkt den Wirtschaftsstandort Deutschland."

Alles im Interesse der Unternehmen und Arbeitsplätze (aus Sicht der Unternehmen natürlich und nicht etwa aus Sicht der an diesen Arbeitsplätzen Arbeitenden). Deshalb muss das auch nur aus wirtschaftspolitischen Erwägungen Sinn machen und letztlich den Wirtschaftsstandort stärken. Interessanterweise macht sich die FDP nicht mal mehr die Mühe sich einen irgendwie gearteten sozialen Anstrich zu geben. Das Wort “sozial” taucht in der ganzen Pressemitteilung kein einziges Mal auf. Warum auch? Geht ja nur um die allgemeine staatliche Krankenversicherung. Die hat ja schon lange nichts Soziales mehr an sich.

Übrigens schön zu wissen, dass mit der Gesundheitsprämie ein Spitzenmanager ebenso viel einzahlen würde, wie der durchschnittliche blue-collar-Malocher. Aber der Manager ist natürlich in der Privaten Krankenversicherung, die es weiterhin gibt (die FDP-Wähler wollen schließlich nicht warten beim Arzt). Nur die Beitragsfreiheit seiner Kinder wird aus dem Fond mitfinanziert.

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