Nullnummer
Vor reichlich einer Woche hab ich mich noch über den “Sächsischen Aktionsplan Klima und Energie” gefreut. Sicher gab es noch Verbesserungsmöglichkeiten, aber besonders die Vorbildwirkung der säschsischen Verwaltung bei der Beschaffung von Dienstwagen stach positiv heraus. Doch damit ist es anscheinend schon wieder vorbei.
Wie die SZ heute schreibt, sollen die Richtlinien zum CO2-Ausstoß bei der Dienstwagenbeschaffung doch wieder gelockert werden. Ursprünglich sah der Plan eine feste Obergrenze von 140g CO2/km für Neuwagen vor (ab 2012 sogar 120g CO2/km). An deren Stelle soll nun ein “guter Durchschnittswert” für die gesamte Wagenflotte treten. Begründet wird das damit, dass sonst z.B. Wasserwerfer unter die neue Regelung fallen würden. Schon klar…
Welcher Politiker fährt bitte mit einem Wasserwerfer durch die Gegend? Da haben einige Politiker offensichtlich erstmals den Plan gelesen, an dem sie selbst mitgewirkt haben. Dabei muss ihnen aufgefallen sein, dass sie diesmal ausnahmsweise selbst von den von ihnen aufgestellten Regeln betroffen sind (und nicht nur die Bürger). Nun bemühen sich um Schadensbegrenzung. Natürlich kann man es auch nicht ernsthaft von einem Politiker erwarten, dass er in einem umweltschonenden Dienstwagen fährt. Schließlich hat ma ja so seine Repräsentationspflichten und als Vorreiter in Sachen Umwelttechnik will sich Sachsen anscheinend nicht profillieren.
Was vom Aktionsplan übrig bleibt, sind eine Menge schöner Worte, Empfehlungen und schwammige Ziele, nur keine verbindlichen Regeln für irgendwas. Klimaschutz ist offensichtlich doch noch nicht in den Politikerköpfen angekommen, zumindest nicht, wenn er sie selbst tangiert.
Über die zunehmende Politikverdrossenheit der Bürger brauch sich bei solchen Geschichten auch niemand mehr wundern.
Tourismus in Dresden rückläufig
Wie die DNN heute schreibt, sind die Touristenzahlen im ersten Quartal 2008 um rund 7% gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken. Konkret sind das über 100.000 Besucher weniger. Dabei lag der Anteil ausländischer Gäste bei nur etwa 14%.
Die reflexartige Reaktion der Dresden Werbung und Tourismus GmbH ist, zusätzliche 500.000 Euro für Marketingzwecke von der Stadt zu fordern. Vielleicht sollte man sich lieber mal Gedanken machen, welchen Imageschaden der jahrelange Streit um die Waldschlösschenbrücke verursacht hat und ob Dresden wirklich so gut ohne den Titel leben kann, wie einige unserer (ehemaligen) Politikerdarsteller gern behaupten. Gerade im Ausland wirkt solch ein Titel wesentlich stärker, als 500.000 Euro Werbemittel.
Darüber hinaus sollte man in der Stadt vielleicht endlich mal anfangen darüber nachzudenken, ob es wirklich sinnvoll ist, die Hotelkapazitäten noch weiter auszubauen (Stichwort drei neue Hotels am Postplatz). Wäre es nicht eventuell besser, Grünflächen und Ruhezonen anzulegen, anstatt sinnlose Bettenburgen und Betonwüsten zu bauen?
Gnadenfrist
Dresden behält den Welterbetitel - vorerst. Die Aussagen der Unesco sind klar. Wenn die Waldschlösschenbrücke weiter gebaut wird, ist der Titel nächstes Jahr automatisch weg. Also ihr Helden in Stadt, Land (und Fluss)…ihr habt hier eure letzte Chance bekommen, den angerichteten Blödsinn doch noch irgendwie auszubügeln. Setzt euch gefälligst zusammen und findet endlich einen Kompromiss, mit dem alle leben können.
(Dieser Beitrag ist geprägt von der naiven Hoffnung, dass gewisse liberale und konservative Kreise doch irgendwann anfangen Politik für Dresden zu machen und wird sich wahrscheinlich innerhalb weniger Stunden aufgrund der Aussagen diverser Bürgervertreter Lokalpolitiker selbst zerstören.)
Ziehen sie ihr Haus warm an
Der Dresdner Postplatz ist momentan irgendwas zwischen großer Baustelle und ungenutzer Fläche mitten in der Innenstadt. Um so schöner finde ich es, dass der Platz momentan für eine interessante Werbeaktion genutzt wird - inhaltlich und optisch. 10 Litfaßsäule stehen da, haben jede eine Pudelmütze auf (ja wirklich) und werben für Gebäudedämmung zur CO2-Einsparung. Schicke Sache, wie ich finde und endlich mal eine gute Idee Freiflächen in der Stadt sinnvoll zu nutzen. So sieht das Ganze aus (Bilder zum vergrößern anklicken):
Mehr Infos unter energie-fuer-morgen.de.
UPDATE:
Der obige Link funktioniert (momentan) offensichtlich nicht. Infos gibts auch in einer PDF-Broschüre des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.
UPDATE2: Link funzt wieder.


