Goodbye and thanks for all the fish, Euer Eis!
Foto: National Science Foundation [via pingnews]
Zumindest die New York Times verabschiedet sich heute schon einmal von Gletschern und anderm bisher als ewig bezeichnetem Eis. Dabei bezieht sich der Autor Andrew C. Revkin auf eine kürzlich vorgestellte Studie im Auftrag des United Nation Environmental Program und kommt zu dem Schluss:
Essentially, the mountain storehouses of frozen water that have shaped their history and culture, or that have provided a secure year-round source of water through modern times, are no longer secure.
Gut, die Horrorszenarien von schmelzendem Eis an Nord- und Südpol, sowie den Gletschern weltweit sind nicht wirklich neu und tauchen recht regelmäßig in der Presse auf. Die nun veröffentlichtend Daten zu Gletschern sind allerdings durchaus alarmierend.
Die Wissenschaftler von der Uni Zürich untersuchen seit Jahren 30 Gletscher weltweit und veröffentlichen diese Zeitreihendaten. Die jetzt vorliegenden Daten für 2006 belegen einen durchschnittlichen Rückgang der weltweiten Gletscher um 1,4m. Im Vergleich zu den 0,5m des Jahres Jahr 2005 ist das fast eine Verdreifachung des Rückgangs. Dass 2006 nur einer der untersuchten Gletscher an Masse gewonnen hat, zeigt, dass es sich dabei um ein weltweites Phänomen handelt.
Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt könnten viele Gletscher innerhalb der nächsten Dekaden endgültig verschwunden sein. Die Auswirkungen wären katastrophal. Die Gletscher des Himalaya sind die Haupttrinkwasserquelle für viele Flüsse Asiens und somit auch für etwa 750 Mio Menschen in Indien. Bevor diese Quellen allerdings versiegen, werden verstärkte Hochwasser durch das starke Abschmelzen auftreten. Auch die USA dürfen sich nicht sicher fühlen. Besonders die Westküste bezieht einen Großteil ihres Trinkwassers aus den Gletschern der Rocky Mountains und der Berge der Sierra Nevada.
Aber auch das arktische Eis ist nicht von dieses Trend ausgenomen, wie eine gestern vorgestellte Studie der NASA belegt. Im warmen Sommer des vergangenen Jahres schmolz die Eisfläche stärker zusammen als je zuvor. Die Abnahme übertraf die des Jahres 2004 (bis dato Spitzenreiter bei der Abnahme des Eises) um volle 27%. Zwar war diesen Winter die Zunahme der Eisfläche mit 4% die größte seit 2003, aber 75% des nun vorhandenen Seeeises sind neues Eis (entstanden seit September 2007).
Quelle: NSIDC
Dieses Eis ist wenig widerstandsfähig und schmilzt sehr schnell. Die Experten der NASA rechnen daher mit einem weiteren sehr starken Abschmelzen des polaren Eises im nächsten Sommer.
Die nächsten UNO Klimagespräche finden vom 31.03. - 01.04.08 in Bangkok statt.