Der Verkehrsclub Deutschland hat mal wieder ein Ranking der - angeblich - umweltfreundlichsten Autos veröffentlicht. Gewonnen hat - oh Wunder - der Toyota Prius. Genau der Wagen, der in den USA so unheimlich erfolgreich ist und mit seiner Hybridtechnologie so viel Sprit spart, dass man sich fragt, wozu dort überhaupt noch Tankstellen existieren.
Nun ist das mit Rankings und Bestenlisten allerdins so eine Sache für sich. Je nachdem, welche Kriterien man betrachtet und wie man diese gewichtet, lassen sich mit den selben Daten unter Umständen sehr verschiedene Ergebnisse hervorbringen. Im Falle der VCD-Liste waren dies vor allem CO2- und Schadstoffausstoß, sowie Lärm. Da ein Hybridfahrzeug nunmal gelegentlich im Batteriemodus unterwegs und somit quasi absolut leise ist, zusätzlich während dieser Zeit kein Kohlendioxid und nur Mindestmengen an anderen Schadstoffen freisetzt, ist es also absolut keine Überraschung, dass mit dem Honda Civic noch ein Hybridfahrzeug auf den ganz vorderen Plätzen landet.
Leider sagen die Kriterien CO2- bzw. Schadstoffausstoß und Lärm nur sehr wenig über die wirkliche Umweltfreundlichkeit einzelner Fahrzeuge aus. Auf Grund dieser Kriterien ein Auto als umweltfreundlich einzustufen ist ungefähr so sinnvoll, wie von ökologischen Eiern zu sprechen, wenn diese zwar in Frankreich von glücklichen Hühnern gelegt wurden, dann aber über die USA, Brasilien und Australien nach Deutschland transportiert werden.
Der Vergleich von Fahrzeugen mit grundlegend verschiedenen Antriebskonzepten anhand ihres CO2-Ausstoßes ist nur sehr bedingt sinnvoll. Das Problem ist, dass Kohlendioxid in der öffentlichen Wahrnehmung mit dem Klimawandel und zunehmend mit Umweltschutz gleichgesetzt wird. Geringer CO2-Ausstoß = umweltfreundliches Auto. Da das auch noch zu geringeren Schmerzen beim Blick auf die Tankrechnung führt, sind alle glücklich und zufrieden.
Gerade bei Hybridfahrzeugen spielen aber die Elektroantriebe ein nicht zu unterschätzende Rolle. Die Batterien müssen extra hergestellt und später auch wieder entsorgt werden. Dafür sind zum Teil sehr energieaufwändige Verfahren notwendig. Da die Energiegewinnung für diese Verfahren wohl kaum zu 100% aus regenerativen Energiequellen gedeckt wird, werden hier große Mengen CO2 freigesetzt. Hinzu kommen die Entsorgungsprobleme, die durch die Batterien entstehen. Solche “Nebensächlichkeiten” werden natürlich von den Hybridherstellern gern verschwiegen und offensichtlich auch in diversen Rankings gern übersehen.
Will man also wirklich die Umweltfreundlichkeit von Autos bewerten, muss man den gesamten Lebensweg vom ersten Vorprodukt bis zur letzten entsorgten Schraube verfolgen. Genau diesen Ansatz verfolgte CNW Research für ihren “Dust to Dust Energy Report” des US Automarktes. Hier landet der Toyota Prius nicht mal unter den besten Zehn!
[via: Karma Konsum]
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